Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) wirkt nur auf den ersten Blick unscheinbar. Wenn man sich mit dem heimischen Wegerichgewächs (Plantaginaceae) genauer beschäftigt, gibt es einiges zu entdecken.

Wie auf den Fotos unschwer zu erkennen ist, bietet er auch für das fotografische Auge das eine oder andere spannende Motiv.

Spitzwegerich Blüte

Desweiteren werden ihm heilende Wirkungen nachgesagt, zum Beispiel bei Erkältungskrankheiten. Er eignet sich übrigens auch zur Verwendung als Küchenkraut, zum Verfeinern von Suppen. Oder man bereitet ihn zu wie Spinat. Dafür nimmt man am besten junge Blätter.

Spitzwegerich in Wiese
Spitzwegerich in Wiese

Die Blützeit des Spitzwegerich erstreckt sich von April bis Oktober. Er besiedelt Wiesen, Wegränder oder Schuttplätze, bevorzugt in sonniger Lage und kann bis zu 50 Zentimeter hoch werden. Seine Höhe richtet sich aber nach der Beschaffenheit des Bodens. Ist der eher trocken und mager, bleibt er deutlich kleiner.

Spitzwegerich-Blüten im Abendlicht
Spitzwegerich-Blüten im Abendlicht

Auf diesen Seiten möchte ich neben Plantago lanceolata noch weitere Wegerichgewächse vorstellen, wie zum Beispiel den ebenfalls heimischen Mittleren Wegerich. Sie finden hier Tipps, wie sich diese Arten im Garten oder auf dem Balkon kultivieren lassen.

Spitzwegerich-Blätter und blühender Feldsalat

Spitzwegerich im Garten

Um die Ansiedlung von Spitzwegerich im Garten muss man sich zumeist nicht kümmern, denn irgendwann lässt er sich dort alleine nieder. Wobei er nach meinen Beobachtungen deutlich seltener als „Unkraut“ in Erscheinung tritt, als der Breitwegerich (Plantago major).

Breitwegerich-Spitzwegerich
Junger Spitzwegerich (mitte) zwischen Breitwegerich

Der Spitzwegerich im Beet

Standort: voll- bis teilsonnig
Boden: gleichmäßig bis mäßig feucht, etwas Sand, Lehm, Humus
Düngen: gelegentlich mit Kompost oder organischem Gemüsedünger
Winterhart: ja, behält in milden Regionen/Wintern einen Teil seiner Blätter

Basisinformationen: Der Spitzwegerich wirkt gut in einem naturnahe gestalteten Garten. Zuchtformen mit buntem Laub, wie sie vom Breitwegerich zu erhalten sind, scheint es nach meinen Recherchen (leider) nicht zu geben.

Plantago lanceolata wird in einigen Staudengärtnereien angeboten, einfacher ist es jedoch, wenn man ihn aussticht. Das ist erlaubt, er ist nicht geschützt. Das Ausstechen sollte weitläufig erfolgen, je mehr Erde an den Wurzeln haftet, desto schneller wächst er an. Nach dem Umsetzen kann es vorkommen, dass die Blätter für ein paar Tage durchhängen.

Standort: Am besten eignet sich ein voll- bis teilsonniger Standort, ein halbschattiges Plätzchen wird auch vertragen, wenn es dort gelegentlich ein paar Sonnenstrahlen zu erhaschen gibt.

Boden: Ideal ist ein humusreicher Boden, der auch etwas Sand, Kies oder Lehm enthalten kann. Die ersten Monate nach dem Setzen muss regelmäßig gegossen werden. Angewachsene Pflanzen kommen mit längeren Trockenperioden zurecht, dabei kann aber ein Teil ihrer Blätter vertrocknen.

Wer regelmäßig Blätter ernten möchte, sollte den Boden zwischen dem Gießen nur an-, aber nicht austrocknen lassen.

Düngen: Spitzwegerich verträgt magere Böden. Gedüngt werden kann er gelegentlich mit Komposterde oder organischem Gemüsedünger. Ich gieße meine Beete im Sommer mit Teichwasser.

Tipp: Auch für die Kultur im Balkonkasten oder Kübel ist der Spitzblättrige Wegerich geeignet. Als Substrat kann handelsübliche Blumen-/Gemüseerde zum Einsatz kommen. Sie darf zwischen den Wassergaben an-, aber nicht austrocknen. Während des Winters muss nur an frostfreien Tagen gegossen werden.

Vermehrung

Die Mitglieder der Gattung Plantago lassen sich durch im Fachhandel erhältliche, bzw. selbst gesammelte Samen vermehren. Die Aussaat kann im Frühjahr im Freiland erfolgen, man kann sie aber auch im Topf vorziehen. Wie das geht, möchte ich hier beschreiben.

Die Anzucht aus Samen (Plantago lanceolata)

Spitzwegerich Samen

Die Samen des Spitzwegerich werden nur auf das Anzuchtsubstrat gelegt und leicht angedrückt. Es kann handelsübliche Blumenerde verwendet werden. Die hält man gleichmäßig feucht bis nass. Das geht am besten, wenn der Topf in einem mit Wasser gefüllten Untersetzer steht. Den platziert man sonnig und hell. Abdecken muss man ihn nicht.

Bei Temperaturen um 20 °C, zeigen sich die ersten Keimblätter nach einer Woche. Sobald alle Samen aufgegangen sind, hält man die Erde nur noch gleichmäßig feucht.

Breitwegerich und Spitzwegerich
Breitwegerich und Jungpflanzen vom Spitzwegerich.

Das Bild oben zeigt ungefähr 4 Wochen alte Jungpflanzen. Im Vordergrund zu erkennen ist ein Rotklee-Sämling, vermutlich klebte sein Samen an meiner Hand, denn ich habe ihn zum selben Zeitpunkt ausgesät.

Plantago coronopus

Hirschhorn-Wegerich-Jungpflanzen

Bei der Anzucht des Hirschornwegerich aus Samen, kann man vorgehen, wie oben beschrieben. Er keimt allerdings bereits nach 3 Tagen.

Schädlinge

Leider werden auch die Wegeriche von Schädlingen nicht verschont. Die sich aber biologisch bekämpfen oder mit Hausmittelchen vertreiben lassen.

Blattläuse

Blattlaus
Blattlaus auf dem Blütenstand des Hirschornwegerich (Plantago coronopus)

Gegen Blattläuse verwende ich schwarzen Tee und zwar 5 Beutel auf einen Liter Wasser. Kurz aufkochen, abkühlen lassen und die Pflanzen damit besprühen.

Zum Besprühen von Zierpflanzen eignet sich eine Mischung aus Brennspiritus und Wasser im Verhältnis 1:1.

Mehltau

Mehltau auf Rotklee
Falscher Mehltau auf Rotklee.

Mehltau lässt sich mit Schachtelhalmpulver aus dem Fachhandel bekämpfen. Das Zurückschneiden der Pflanzen hilft dagegen nicht.